Einstiegsbild Bauerngarten - ein kurzer Überblick

Bauerngarten – ein kurzer Überblick

Bauerngarten, dies ist ein ruhiger Ort, eingefasst mit einem windschiefen Holzzaun. Dahinter wachsen Gemüse, Obststräucher und Blumen in Harmonie miteinander. Schmetterlinge und Bienen fliegen hindurch und eine Bank lädt zum Verweilen ein, um dem Vogelgezwitscher zu lauschen.

Ob Hochbeet oder ebenerdiges Beet, ob Weidengeflecht oder niedrige Buchshecke - alles ist möglich im Bauerngarten - hauptsache natürlich!
Im Bauerngarten können die Beet ebenerdig, aber auch in Hochbeeten sein. Dementsprechend kann auch die Einfassung der Beete sich unterscheiden, ob mit einer niedrigen Buchshecke oder mit einem Weidengeflecht als Hochbeet. Es gilt aber die Natürlichkeit steht im Vordergrund!

Kurz und bündig wollen wir die wichtigsten Informationen bezüglich des Bauerngartens zusammentragen. Dies bedeutet, ein kurzer Einblick in die Geschichte und wie man den Bauerngarten im Privatgarten integrieren kann.

Die Geschichte hinterm Bauergarten

Dieses idyllische Bild eines Bauerngartens gibt es erst seit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Ursprünge liegen in der Ackerwirtschaft. Der Bauerngarten war einst ein vom Haus entfernt gelegener eingezäunter Teil des Feldes, der eigens als Nutzgarten angelegt war.

Die Struktur des Bauerngartens stammt aus den Klostergärten. Eine im besten Fall quadratische Fläche wurde durch ein Wegekreuz in 4 Teile geteilt. Die Abgrenzung der Beete untereinander erfolgte über pflanzliche Elemente, wie Buchshecken. Die Felder wurden mit Gemüse, Kräutern, Obst und Blumen gefüllt. In der Mitte des Bauerngartens, dem Wegekreuz, sind häufig Hochstämmchen, Brunnen oder Skulpturen zu finden.

In der Mitte des Wegekreuzes befindet sich ein Springbrunnen, als zentraler Punkt im Bauerngarten.
In der Mitte des Wegekreuzes befindet sich ein Springbrunnen, als zentraler Punkt im Bauerngarten.

Bauerngarten im eigenen Garten

Viele Gartenbesitzer orientieren sich an diesem idealisierten Bild. Nicht zuletzt weil eine gute Nachbarschaft bestimmter Pflanzen, Schädlinge abhält und der Ertrag erhöht wird. Um einen Bauerngarten anzulegen, sollte man sich über den Ort, die Wege, die Einfriedung, die Beeteinfassung und die Pflanzen intensiv Gedanken machen.

Der Standort des Gartens sollte im besten Fall sonnig sein. Ein großer Baum in unmittelbarer Nachbarschaft wirft zu viel Schatten und kann bei bestimmten Arten das Wachstum der Pflanzen beeinflussen. In der Nähe bspw. von Walnussbäumen wachsen beispielsweise keine Tomaten.

Die Wege im Bauerngarten geben diesem einen Rahmen und sollten geometrisch, aber nicht zwingend geradlinig, angelegt werden. Die Vierteilung des Gartens vereinfacht zudem den Überblick über die Fruchtfolgen. Für die Wahl der Wegebeläge ist fast alles möglich, was natürlich ist bspw. Rasen, Mulch, Kies, aber auch Klinker oder Naturstein.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einfriedung des Bauerngartens. Diese soll zum einen vor Tieren schützen, aber auch den Wind abschwächen. Als mögliche Einfriedungen können Mauern, Holzzäune, schmiedeeiserne Zäune oder auch Hecken zum Einsatz kommen. Sie sollten den Garten komplett umschließen und nur ein Tor als Eingang lassen.

Die Beete im Bauerngarten müssen ebenfalls eingefasst werden. Hierzu eignen sich einfache Hölzer oder Bretter. Besonders hübsch sind auch lebende Einfassungen wie bspw. niedrige Buchshecken, Polsterpflanzen oder auch Lavendel. Der Vorteil an einer pflanzlichen Abgrenzung zum Weg ist, dass der Duft bestimmter Stauden bereits ausreicht, um Schädlinge fernzuhalten. Tagetes und Ringelblumen eignen sich sehr gut als Beeteinfassung. Sie wirken Nematoden, Fliegen und diversen Schadpilzen entgegen.

Pflanzen im Bauerngarten

Die Auswahl der Pflanzen ist der spannendste Teil, beim Anlegen eines Bauerngartens. Zunächst sollten favorisierte Gemüse-, Kräuter- und Obstsorten ausgewählt werden.  Wenn man sich für eine Mischkultur (keine einzelnen Beete mit nur einem Gemüse, sondern einer Mischung von Pflanzen innerhalb einer Beetreihe) entscheidet,  hat man den Vorteil, dass eine gute Nachbarschaft Pflanzen, Krankheiten und Schädlinge ohne weiteren Einsatz von Pestiziden abhält.

Erdbeeren und Knoblauch schützen sich gegenseitig. Möhren und Zwiebeln sind beispielsweise gute Nachbarn, aufgrund ihres Geruchs. Der Geruch der Zwiebeln hält die Möhrenfliege ab und andersherum halten Möhren, die Zwiebelfliege ab.  Zu den Nachbarschaften gibt es eine Vielzahl an Tabellen, in denen man sich informieren kann.

Eine Vielfalt an Gemüsesorten und eingefasst von einer Buchshecke mit Kugelelementen in den Ecken.
Eine Vielfalt an Gemüsesorten und eingefasst von einer Buchshecke mit Kugelelementen in den Ecken.

Nicht nur die Nachbarschaft ist entscheidend für ein gutes Gedeihen der Pflanzen. Ein Faktor kommt noch hinzu – die Fruchtfolgen. Jede Pflanze hat einen eigenen Nährstoffbedarf. Bei Tomaten und Kohl ist dieser besonders hoch. Man nennt diese Pflanzen Starkzehrer. Es gibt daneben noch Mittelzehrer, wie Möhren und rote Bete und Schwachzehrer. Hierzu zählen bspw. Bohnen und Erbsen. Jede der drei Zehrer sollte ein Viertel des Bauerngartens einnehmen.

Im ersten Jahr werden die Pflanzen nun entsprechend des Nährstoffgehaltes gepflanzt. Im Folgejahr rücken die Mittelzehrer auf das Viertel der Starkzehrer, da der Nährstoffgehalt nun hier geringer geworden ist. Es rücken nun alle von Feld zu Feld. Der Boden des Viertels der Starkzehrer muss mit Kompost und Dünger verbessert werden. Durch die Vierteilung des Bauerngartens ist ein Überblick der Fruchtfolgen leichter möglich. Im letzten Viertel werden standorttreue Kulturen gepflanzt.

Es ist natürlich auch möglich nur Ziergehölze für den Bauerngarten auszuwählen. Diese sind weniger arbeitsintensiv. Dazu zählen bspw. Tagetes, Ringelblume, Sonnenhut und auch Stockrosen.

Ein ruhiger Ort, der zum Verweilen und Abschalten anregt - der Bauerngarten.
Ein ruhiger Ort, der zum Verweilen und Abschalten anregt – der Bauerngarten.


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