Einstieg Schmetterlinge im Garten

Ein Garten für Schmetterlinge!

Nicht nur die Schmetterlinge, sondern insgesamt der Rückgang der Tier- und Pflanzenarten ist ein aktuelles Thema, dem sich niemand entziehen kann. In der Gruppe der Schmetterlinge gibt es rund 170.00 bekannte Arten. Erschreckenderweise stehen 60 % davon bereits auf der Roten Liste. Mit einer Vielfalt in der Bepflanzung des Gartens kann jeder seinen Beitrag leisten, um den Artenrückgang zu stoppen. Denn was wäre eine Sommerwiese ohne Schmetterlinge und Bienen.

Ende letzten Jahres gab es dazu schon Artikel über Kleintiere und Vögel im Garten mit entsprechenden Pflanzenarten, die im Herbst und Winter blühen. Nun folgen hier Schmetterlinge mit Pflanzenarten die im Frühjahr blühen.

Nahrung für die Raupen

Dabei steht nicht nur die Nahrung für ausgewachsene Schmetterlinge im Fokus, sondern auch die der Raupen. Diese fressen ausschließlich die Blätter von Pflanzen und interessieren sich nicht für deren Blüten. Die Raupen sind jedoch ein wenig wählerischer, als die späteren Schmetterlinge und haben sich je nach Art auf bestimmte Futterpflanzen spezialisiert. Der Schwalbenschwanz beispielsweise bevorzugt die Wilde Möhre oder die Petersilie. Andere Schmetterlingsraupen wie Kleiner Fuchs, Admiral, Distelfalter und Tagpfauenauge fühlen sich auf Brennnesseln, Disteln oder anderen „Unkräutern“ wohl.

Lassen Sie diese Pflanzen punktuell das ganze Jahr über im Garten stehen. Nur wenn die Schmetterlinge die Wirtspflanzen im Herbst finden, können sie dort ihre Brutstätten für die Raupen schaffen. Denn nur ein paar wenige Schmetterlinge können als solche den Winter überleben. Andere wiederum ziehen im Herbst Richtung Süden, wie der Admiral.

Pflanzenauswahl für Schmetterlinge

Eine weitere Möglichkeit die Schmetterlinge zu fördern ist eine Schmetterlingsspirale. Sie wird wie eine Kräuterspirale gebaut, enthält aber Pflanzen, die bevorzugt von Schmetterlingen angeflogen oder im Frühjahr gefressen werden.

Blaukissen

Blaukissen oder auch Aubrieta x cultorum genannt, zählen zu den klassischen Polsterstauden. Bereits im März bilden sich leuchtende Blütenteppiche unter den Gehölzen, die nicht nur Farbe in den Garten bringen, sondern auch von Insekten, wie Schmetterlingen und Bienen zahlreich besucht werden. Diese Pflanze ist pflegeleicht und winterhart, sodass Ihre Blätter auch in der dunklen Jahreszeit grün bleiben. Am wohlsten fühlen sich Blaukissen in der Sonne und im Halbschatten.

Apfel

Ein Apfelbaum sollte in keinem Garten fehlen. Es gibt verschiedenste Sorten vom frühblühenden Apfel (Augustapfel – Malus ‚Augustapfel‘) bis hin zum Herbst-Apfel (bspw. Malus ‚Gravensteiner‘). Besonders interessiert an diesem Gehölz sind die Schmetterlinge zur Blütezeit. Denn deren Hauptnahrung besteht hauptsächlich aus dem Blütennektar. Apfelbäume brauchen Sonne und Platz, um sich zu entfalten. Und je mehr Insekten den Weg zu ihnen finden, desto höher ist der Ertrag an Äpfeln.

Schlehe

Die Schlehe auch als Prunus spinosa bezeichnet, ist eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Schmetterlinge und zahlreicher anderer Insekten. Im zeitigen Frühjahr hüllt ein weißes Blütenmeer diesen dichten, anspruchslosen Strauch ein. Ein angenehmer Duft nach Mandeln umströmt die Blüten und lockt unter anderem das Tagpfauenauge an. Der Nektar ist dabei die wichtigste Nahrung für die Schmetterlinge. Die Dornen der Schlehe bieten zudem Vögeln in der Brutzeit sehr gut Schutz vor deren Feinden.  

Weißdorn

Der Weißdorn oder auch Crataegus laevigata genannt, ist ein bis zu 10 m hoher Strauch, der an Wegrändern und lichten Laubwäldern zu finden, ist. Die weißen Blüten erstrahlen im Mai und verströmen dabei einen ungewöhnlichen Duft. Schmetterlinge umschwirren die Blüten, um sich von dem Nektar zu nähren und die Raupen des Baumweißlings vertilgen deren Blätter. Durch seine zahlreichen Dornen ist dieses Gehölz auch ein wichtiger Lebensraum für viele andere Tiere.

Grauweide

Die Grauweide ist ein bist zu 5 m hoher winterharter Strauch, der sehr anspruchslos ist.  Der Standort dieses Gehölzes sollte sonnig oder zumindest halbschattig sein. Die Weide auch Salix cinera genannt, ist eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Die Raupen des großen Schillerfalters leben in und ernähren sich von diesem wertvollen Gehölz. Die silbernen weichen Kätzchen der Grauweide zeigen sich im Frühjahr und eignen sich sehr als Dekorationsmaterial.

Sommerflieder

Der Sommerflieder auf botanisch Buddleja davidii genannt, besitzt durch seinen Duft nach Honig riesige Anziehungskraft für zahlreiche Falter. Seine Blüten zeigt der Schmetterlingsflieder erst im Juli. Dafür aber bis weit in den Herbst hinein. Am Tag besuchen Schmetterlinge wie Pfauenauge oder Admiral und verschiedene Hummelarten dieses Gehölz und ernähren sich von dem Nektar der zahlreichen Blüten. In der Dämmerung übernehmen die Nachtfalter die Nahrungsaufnahme. Für Raupen hat der hübsche bis zu 3 m hohe Strauch leider keine Bedeutung. Durch die große Sortenanzahl und seine Robustheit ist er ein sehr beliebtes Gehölz in Hausgärten.

Eine weitere Pflanzenauswahl

Neben den genannten Gehölzen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Pflanzen, die für Schmetterlinge und deren Raupen unverzichtbar sind. Stauden, wie das Geißblatt, die Nachtkerze oder das nickende Leinkraut sind beispielsweise für Nachtfalter der wichtigste Lebensraum. Besonders beliebte Wildstauden für Admiral, Zitronenfalter und Tagpfauenauge sind Natternkopf, Taubenskabiose, Phlox und Kartäusernelke. Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis von Sträuchern und Stauden die beste Möglichkeit den Schmetterlingen ein breites und möglichst langes Nahrungsangebot zu bieten.

Handgezeichnete Illustration von einem Schmetterling bei der Nahrungsaufnahme.

Neben einem großen und vielfältigen Nahrungsangebot für Schmetterlinge ist auch die Überwinterung ein wichtiger Punkt zur Arterhaltung. Laub und Reisig sollten nicht zwingend überall im Garten weggeharkt werden. Ein leicht geöffnetes Fenster im Schuppen gibt den Schmetterlingen, wie Tagpfauenauge oder Kleiner Fuchs, die Möglichkeit ohne Frost zu überwintern.

Um die Serie von Kleintieren und Insekten im Garten mit den entsprechenden Futterarten zu komplementieren, folgen als nächstes die Bienen und Hummeln mit Blühpflanzen im Sommer.


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