Französisch-barocker Garten

Französisch-Barocken Garten

Länder und ihre Gärten

Letzten Monat in der Serie „Länder und ihre Gärten“ wurde der Italienische Renaissance-Garten vorgestellt und dieses Mal dreht sich alles um den französisch-barocken Garten, welcher sich aus der Italienischen Gartengestaltung entwickelt hat.

Viele denken sicherlich sofort an das pompöse Versailles und in der Tat ist die Gartenanlage von Versailles und André Le Nôtre prägend für die barocke Zeit und speziell für Frankreich.

Tauchen Sie ein in die Welt des Barocks und nehmen Sie sich Inspiration für Ihren eigenen Garten mit französisch-barocken Zügen mit.

Charakteristik Französisch-Barocken Garten

Der Barock ist eine von etwa 1575 bis 1770 dauernde Epoche, nach der Epoche der Renaissance, in der Kunstgeschichte. Besonders kennzeichnend für den Barock ist die üppige Prachtentfaltung. In der Gartengestaltung spiegelt sich dies durch die Größe und Gestaltung wider. Die Gartenanlagen der großen und bedeutenden Bauten dienen seit der Zeit der Renaissance als Ort des Vergnügens und der Repräsentation. Die Gärten werden immer mehr als Schauplatz für die Festlichkeiten der Herrschaft verwendet.

Als Begründer des französischen Gartenstils gilt André Le Nôtre (1613-1700). Er hat mithilfe der neuen Erkenntnisse von Optik und Perspektive die Gartengestaltung revolutioniert. André Le Nôtre hat auf der Grundlage des Petit Parc’s von Jacques Boyceau de la Barauderie die Gartenanlagen von Versailles geschaffen.

Generell ist der französisch-barocke Garten streng und geradlinig gestaltet und beinhaltet viele Flächen aus Kies, Skulpturen und Heckenelementen. Weitere Grundelemente, auf die in der Gartengestaltung nicht verzichtet werden kann, sind das Parterre, das Boskett und ein Bereich mit waldartiger Struktur.

Das Parterre ist in der Gartenkunst ein flaches und häufig niedrig bepflanztes, in der Nähe des Hauses befindliches Gelände. Dieses kann durch einige Staudenbepflanzung und Skulpturen aufgelockert werden. Das Boskett ist ein Hecken- und Niederwaldbereich. Die geraden Außenseiten sind meist durch dichte, in geometrisch exakte Formen geschnittene Hecken oder Gehölze ausgebildet. Der waldartige Bereich bildet oft den Abschluss der barocken Anlage und wird durch viele axiale Wege gegliedert.

Um etwas Moderne in den Garten zu Bringen oder gegen die Monotonie der ewigen Kiesflächen und Strenge entgegenzuwirken, kann der Rahmen des Gartens sanfter in seinen Zügen gestaltet werden.

Französisch-barockes Flair im eigenen Garten

Um ein besonders starkes französisch-barockes Flair im eigenen Garten zu erhalten, benötigt man Platz. Doch bereits durch das klassische Merkmal des Bosketts kann auch in einem kleineren Garten ein französischer, barocker Eindruck vermittelt werden. Die streng geschnittenen Hecken geben dem Garten einen grünen Rahmen und mithilfe niedriger Heckenelemente können kleine Fenster und Räume für Sitzplätze entstehen. Das Parterre kann man durch eine Kiesfläche als Terrasse am Haus und gut positionierten Staudenflächen im Garten integrieren – jedoch bedarf es Mut, sich für eine Kiesterrasse zu entscheiden, anstatt der gängigen Holz- oder Pflasterterrassen.
Weitere Elemente für eine französisch-barocke Gartengestaltung können ein Steinbrunnen, Skulpturen, ein steinerner Außengrill oder weitere geometrisch angelegte Staudenrabatten sein. Eine harmonische Anordnung von flächigen und kleinstrukturierten Bereichen macht einen französischen Garten interessant.

Generell müssen Sie sich vorstellen, dass Ihr Garten der Schauplatz für das nächste Fest von Ludwig XIV. ist.


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