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Weihnachtsbäume – alles was Sie schon immer wissen wollten

Weihnachtsbäume – ob riesig groß auf dem Weihnachtsmarkt oder etwas kleiner im heimischen Wohnzimmer. Ob kitschig bunt und mit reichlich Lametta oder schlicht mit ein paar Kugeln und echten Kerzen. Egal ob Nordmanntanne oder Kiefer, er gehört zu jedem Weihnachtsfest dazu und man kommt zu dieser Zeit nicht an ihm vorbei.
Aber warum stehen zu den Feiertagen ca. 24-25 Millionen Weihnachtsbäume in sämtlichen deutschen Haushalten? Welche Nadelbäume werden am liebsten aufgestellt und was gibt es sonst noch Wissenswertes zum Thema? In diesem Artikel werden wir diese Fragen klären.

Geschichte der Weihnachtsbäume

Mittlerweile ist es eine schöne Tradition, aber wo kam der Brauch des Weihnachtsbaumes eigentlich her? Bereits vor einigen Jahrhunderten war es in heidnischen Kulturen üblich, in den Wintermonaten, zur Wintersonnenwende und dem Jahreswechsel an öffentlichen Orten, vor dem Haus oder auch im Haus immergrüne Bäume und Zweige aufzustellen. Diese galten als ein Symbol für Lebenskraft und Fruchtbarkeit, sollten die Hoffnung auf das nächste Frühjahr bestärken und böse Geister am Eindringen in die Häuser hindern.

Erste Belege über geschmückte Nadelbäume existieren seit dem 16. Jahrhundert. Damals fanden sich größere, geschmückte Bäume mit Lebkuchen, Früchten, Nüssen und Zuckerwerk zur Weihnachtszeit hauptsächlich in Zünften des Handwerks wieder. Im Laufe des 17. Jahrhunderts wurde dieser Brauch immer mehr mit ins heimische Wohnzimmer übernommen.
Eine literarische Erwähnung findet der Weihnachtsbaum im Werk „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe, wo vom „aufgeputzten Baum mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln“ geschrieben wird.

In den folgenden Jahrzehnten kam es zur Zunahme der Nadelwälder in Mitteleuropa, die Preise sanken und immer mehr Familien konnten sich einen Weihnachtsbaum leisten. Mit deutschen Einwanderern kam der Weihnachtsbaum auch nach Nordamerika und wurde dort im Laufe des 19. Jahrhunderts in das Brauchtum übernommen. 1891 wurde erstmals ein Weihnachtsbaum vor dem Weißen Haus in Washington, D.C. aufgestellt.
Da der Weihnachtsbaum ein bürgerliches Symbol mit heidnischen Wurzeln ist, hat sich die katholische Kirche lange schwergetan, ihn zu tolerieren und in Kirchen zu erlauben. Das geschah erst Mitte des 20. Jahrhunderts und 1982 wurde unter Papst Johannes Paul II. auch der erste Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz in Rom aufgestellt und damit im Vatikan eingeführt.

Was gibt es für Weihnachtsbäume?

Da der Weihnachtsbaum gerade über die Feiertage eine Art Mittelpunkt im Haushalt darstellt, sollte er behutsam und wohlüberlegt, ausgesucht werden. Nicht nur die Höhe und der Umfang sind dabei zu beachten, auch die richtige Baumart will gefunden werden. Wir wollen hier ein paar der beliebtesten Arten vorstellen und Ihnen ein paar Vor- und Nachteile mit auf den Weg geben.

Nordmanntanne (Abies nordmanniana)

Die Nordmanntanne wird hierzulande mit Abstand am liebsten als Christbaum eingesetzt. Fast 80% aller Weihnachtsbäume sind Nordmanntannen. Mit ihrem dicht stehenden und glänzend dunkelgrünen Nadeln sieht sie sehr eindrucksvoll aus. Ein großer Vorteil ist, dass ihre Nadeln nicht stechen. Somit können auch Kinder problemlos den Baum schmücken. Auch ihre Haltbarkeit spricht für die Abies nordmanniana. Mit genügend Wasser hält sie mehrere Wochen in der Wohnung durch, ohne die Nadeln zu verlieren. Da die Nordmanntanne sehr langsam wächst und auch sehr beliebt ist, schlägt sich das natürlich im Preis nieder. Den auch hier ist sie Spitzenreiter, für den Meter Nordmanntanne muss man mit 18-23€ rechnen.

Blaue Stech-Fichte (Picea pungens ‚Glauca’)

Die blaue Stech-Fichte hat wie der Name schon sagt, einen bläulichen Schimmer auf den Nadeln, was ihr etwas ganz Besonderes verleiht. Außerdem hat sie einen sehr gleichmäßigen Wuchs und sehr stabile Zweige. Das ist sehr gut, wenn man zum Beispiel sehr schweren Schmuck oder auch echte Kerzen verwenden will. Nachteile der blauen Stech-Fichte sind ihre picksenden Nadeln und ihre vergleichsweise kurze Haltbarkeit. Nach maximal 3 Wochen lässt sie die ersten Nadeln fallen.

Gewöhnliche Fichte (Picea abies)

Die Fichte besticht durch ihre schönen dunkelgrünen und kurzen, nur wenig stechenden Nadeln. Der Wuchs ist ähnlich der Blauen Stech-Fichte regelmäßig und recht schlank. Allerdings sind ihre Zweige wesentlich dünner, was sie sehr elegant erscheinen lässt.
Bei der Gewöhnlichen Fichte ist es wichtig darauf zu achten, dass sie erst kurz vor dem 24.12. geerntet wird. Sie verliert schon nach ca. 1 Woche die ersten Nadeln. Mit ca. 8-12€ für den Meter ist die Gewöhnliche Fichte, aber auch eine sehr günstige Alternative zur nicht ganz günstigen Nordmanntanne.

Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)

Unter den verschieden Weihnachtsbäumen ist die Kiefer schon etwas Besonderes. Mit ihren ca. 6cm langen Nadeln sticht sie doch sehr heraus. Auch ihr Wuchs ist nicht immer regelmäßig, aber das gibt ihr einen eigenen Charakter. Außerdem duftet sie sehr gut und hält sich sehr lange im heimischen Wohnzimmer. Nachteil der Kiefer sind die sehr steil wachsenden Zweige, welche das Schmücken des Baumes zu einer kleinen Herausforderung werden lassen. Da die Kiefer lange nicht so beliebt ist, wie die Nordmanntanne oder die Fichten, findet man sie allerdings nicht an jedem Verkaufsstand.

Lustige Fakten über Weihnachtsbäume

Zu guter Letzt wollen wir Ihnen noch ein paar lustige Fakten über den guten alten Weihnachtsbaum mit auf den Weg geben. Wussten Sie zum Beispiel das:

FunFacts Weihnachtsbäume

FunFacts Weihnachtsbäume

– ca. jeder dritte Weihnachtsbaum aus dem Sauerland kommt
– der Jahresumsatz der deutschen Weihnachtsbaumbranche ca. 700 Millionen€ beträgt
– das ein ca. 2 Meter hoher Weihnachtsbaum rund zwei Liter Wasser am Tage verbraucht
Nadeln sind botanisch gesehen wirklich Blätter. Die Zeile aus dem bekannten Weihnachtslied „O Tannenbaum“: „Wie grün sind deine Blätter“ – ist also völlig korrekt!
– Deutschland jährlich eine Million Bäume nach Frankreich, Österreich, Polen und in die Schweiz exportiert.
– Man in Schweden nicht die Weihnachtsbäume zum „Knuts-Tag“ aus dem Fenster wirft, sondern an diesem Tag in vielen skandinavischen Ländern das Ende der Weihnachtszeit eingeläutet wird – der Baum wird abgeschmückt
– Nicht verkaufte Weihnachtsbäume häufig an Elefanten im Zoo verfüttert werden


2 Gedanken zu „Weihnachtsbäume – alles was Sie schon immer wissen wollten

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