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Frau Holle – besondere Winteräpfel für die Weihnachtszeit

Der dritte Advent ist da und Weihnachten rückt näher. Darum führen wir heute unsere Reihe der Wintermärchen fort. Nachdem wir bereits über Väterchen Frost und Schneeweißchen und Rosenrot berichtet haben, möchten wir heute im Zusammenhang mit dem Märchen von Frau Holle die wohlschmeckenden Winteräpfel vorstellen.

Das Märchen

„Einst lebte eine Witwe mit ihren zwei Töchtern in einem kleinen Haus am Dorfrand. Das eine Mädchen war faul und hässlich, die andere fleißig und schön. Die Mutter mochte die Faule viel lieber, da sie ihre leibliche Tochter war. Darum musste die andere die ganze Arbeit verrichten.

Eines Tages fiel der Fleißigen beim Spinnen am Brunnen die Spule in das Wasser und sie sprang aus Angst vor einer Strafe hinterher. Plötzlich befand sie sich auf einer wunderschönen Wiese voller Blumen. Sie kam an einem Ofen vorbei, wo das Brot flehte: „Zieh uns raus, zieh uns raus, sonst verbrennen wir!“. Hilfsbereit wie sie war, zog sie die Brote heraus. Wenig später begegnete sie einem Apfelbaum der rief: „Schüttle mich, schüttle mich, meine Äpfel sind alle reif!“. Und auch ihm tat sie den Gefallen. Am Ende traf sie auf ein kleines Haus, aus dem eine alte Frau hinausschaute. Frau Holle, so nannte sie sich, versprach ihr Wohlergehen, wenn sie ihr im Haus hilft. Da sie so hilfsbereit war, packte sie ohne zu zögern mit an. Wenn sie die Betten schüttelte, schneite es auf der Erde.

Die Zeit verging und die Sehnsucht nach ihrer Heimat wurde immer größer. Frau Holle ließ sie gehen und belohnte ihren Fleiß mit einer Dusche aus purem Gold. Auch ihre Spule erhielt sie zurück, die ebenfalls vergoldet war. Zurück in ihrem Dorf empfingen sie alle freudig. Nur die Mutter und ihre Schwester packte der Neid. Goldmarie, wie sie nun genannt wurde, berichtete wie sie zu diesem Reichtum kam. So stürzte sich die Schwester ebenfalls in den Brunnen. Da sie aber faul war, ließ sie das Brot verbrennen und die Äpfel hängen. Auch bei Frau Holle hatte sie wenig Lust zu arbeiten. Nicht einmal die Betten schüttelte sie. Bald schon schickte Frau Holle sie nach Hause und bestrafte ihre Faulheit mit einer Dusche aus Pech.

Zuhause angekommen lachte man sie für ihre Bestrafung aus und nannte sie fortan Pechmarie. Das Pech ließ sich nie wieder abwaschen. Goldmarie hingegen führte ein schönes Leben ohne Sorgen und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute.“

Winteräpfel – Sorten und Besonderheiten

Im Märchen von Frau Holle schüttelte die fleißige Goldmarie die reifen Äpfel vom Baum, obwohl es zu diesem Zeitpunkt bereits Winter war. Winteräpfel wie im Märchen, gibt es auch in Realität im Garten. Darum möchten wir Ihnen heute ein paar dieser besonderen Apfelsorten vorstellen.

Winteräpfel sind Apfelsorten, die im Herbst pflückreif sind und danach noch mindestens ein bis zwei Monate gelagert werden müssen, ehe man sie genießen kann. Das besondere an diesen Sorten ist, dass man sie so spät im Jahr noch essen kann und sie sehr lange lagerfähig sind.

Es gibt Sorten wie zum Beispiel den „Roten Eiserapfel“, der auch bis in den nächsten Sommer gelagert werden kann. Meist ist er dann aber schon zu mehlig, um ihn noch frisch zu verzehren. Ein weiterer beliebter Winterapfel ist „Rote Sternrenette“, auch „Weihnachtsapfel“ genannt. Bereits im September geerntet, kann er von November bis Mitte Januar gegessen werden. Oder man lässt ihn mit seiner leuchtend roten Farbe als dekorativen Winterschmuck hängen. Auch Vögel freuen sich als Nahrungsquelle über Winteräpfel. Eine der hellen Sorten ist der „Weiße Glockenapfel“. Es ist eine alte Winterapfelsorte mit säuerlich-saftigem Geschmack. Im Oktober gepflückt, ist er ab Dezember genussreif.

Für die Lagerung der Äpfel sollten Sie stets gesunde und unbeschädigte Früchte wählen. Falläpfel eignen sich daher nicht für die Lagerung. In einem frostfreien, kühlen Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit halten sich die Winteräpfel am besten.

Bratapfel – fruchtige Nascherei zur Weihnachtszeit

Wer gern Bratäpfel isst, weiß, dass nicht jeder Apfel für diese Zubereitung geeignet ist. Nicht nur die Konsistenz, sondern auch der Geschmack des Apfels muss zu den süßen Beilagen passen. Daher eignen sich säuerliche Apfelsorten besonders gut für einen feinen Kontrast. Wir empfehlen die Sorte „Boskoop“, denn diese zerfällt nicht zu stark im Backofen und ist süß-säuerlich vom Geschmack.

Ähnlich beliebt ist der Winterapfel „Gloster“, der sich ebenfalls hervorragend für die Zubereitung eines Bratapfels eignet. Sein festes, säuerliches Fruchtfleisch passt aber nicht nur zu der weihnachtlichen Süßspeise, sondern kann genauso gut zu Apfelmus verarbeitet werden.

Und wer auf Sorten wie „Berlepsch“, „Jonagold“, „Cox Orange“ oder „Gravensteiner“ trifft, dem ist ein genauso fruchtiges Geschmackserlebnis aus dem Ofen garantiert!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen schönen dritten Advent und einen guten Appetit!


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